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Kaum jemand kennt den Rohstoff Coltan, dabei ist fast jeder Besitzer eines Mobiltelefons mit diesem bereits in Berührung gekommen. Zum Bau von Computern, und anderen elektronischen Gerätern wird Coltan dringend benötigt.
Coltan steht für Columbit tantalit und ist ein Metall, das in großen Mengen im rohstoffreichen Kongo abgebaut wird. Wenn es dann weiterverarbeitet wird, entsteht das metallische Tantalum, ein hitzebeständiges Pulver, das außerdem hohe elektrische Spannungen aushält.
Coltan wird wie Gold aus der Erde herausgewaschen.
Um diese Vorkommen geht nun ein jahrzehntelanger Streit zwischen den verschiedenen Rebellengruppen im Kongo und im benachbarten Ruanda einerseits und westlichen Konzernen und Firmen andererseits. Sie alle sind natürlich interessiert an dem wertvollen Material. Liefern sich Kämpfe oder finanzieren diese, je nach Interessenlage. Mit der Hauptgrund für die immer noch anhaltenden Kämpfe in dem reichen Land.
In dem Film werden die Zusammenhänge geschildert.
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>>>DER FILM
Bombay: Big Business gegen Kleinstbetriebe
1 Millionen Menschen sollen umgesiedelt werden
Das neue China heißt Indien. Die größte Demokratie der Welt ist auf dem Weg zur Weltmacht. Die Wirtschaft Indiens wächst in atemberaubender Geschwindigkeit. Das gilt auch für die Finanzmetropole und größte Stadt des Landes, Bombay. Träume von einem neuen Shanghai liegen schon auf den Reißbrettern der Planer. Doch dem Baufortschritt steht ein Slum im Weg. Sogar der größte in Asien, Dharavi. Knapp 1 Million Menschen leben dort auf engstem Raum. Und dieser Slum liegt ausgerechnet mitten im Zentrum der 30 Millionen Stadt. Aus der Sicht der Stadtentwickler wird so wertvolles Bauland blockiert, mit dem Milliarden Umsätze erzielt werden könnten. Deshalb bietet ein indischer Architekt und Makler den Slum-Bewohnern nun neue Wohnungen an, für die diese nicht einmal etwas zahlen müssen. Doch die Bewohner von Dharavi stellen sich stur. Sie wollen nicht weg aus ihren Wellblechhütten, obwohl die Lebensbedingungen katastrophal sind. Sie hausen unter erbärmlichen Bedingungen, ohne Toiletten, ohne frisches Wasser unter Bombays gnadenloser Sonne. Sie wehren sich gegen die Pläne einer globalen Stadt, wollen eben keine Stadt wie Shanghai. Sie wollen ihren Lebens- und Arbeitsstil beibehalten. „Wenn dieses Land verkauft wird zu wirtschaftlichen Zwecken, wie kann das unseren Lebensstil verbessern?“ fragen sich die Bewohner von Dharavi. „Unsere Stadt kann nur mit uns, von unten verbessert werden, und nicht von obern herab durch internationales Kapital.“ Alle Versuche, die Bewohner vom Umzug zu überzeugen sind bisher gescheitert. Denn sie haben ein wirksames Druckmittel: Mitten durch ihren Slum führen die wichtigsten Eisenbahnlinien Bombays. Wenn sie diese besetzen herrscht Stillstand, nicht nur in Bombay, in ganz Indien. Ein Film über einen Kampf zwischen unten und oben, 1 Million Arme gegen viele Milliarden Dollar Kapital des globalen Marktes.
Die Bambusbahn
Not macht bekanntlich erfinderisch - besonders dann, wenn es darum geht, den Alltag zu bewältigen. Das beweisen stets Einwohner der ärmsten Länder. Beispiel Kambodscha. Nach 3 Jahrzehnten Krieg war in dem süd-ost-asiatischen Land auch das öffentliche Verkehrssystem völlig zusammengebrochen. Am Ende hatten die technik-feindlichen Kämpfer der Roten Khmer die einzige Eisenbahnlinie des kleinen Landes völlig demoliert. Nur die Gleise schafften sie nicht. Also besorgten sich findige Bauern, die ihre Waren zu den Märkten transportieren wollten, nach dem Krieg alte Felgen und Achsen, setzten darauf eine einfache Plattform aus Bambus und rollten los. Am Anfang stießen sie ihre simplen Wagen mit Bambusstangen ab, als die UN-Friedenstruppen kleine Motoren für Wasserpumpen ins Land brachten, funktionierten sie diese um und treiben seitdem ihre „Bahn“ damit an. Die ist zwar illegal, aber äußerst beliebt. Zwar hat die offizielle königlich – kambodschanische Eisenbahngesellschaft ihre alten Lokomotiven und Waggons inzwischen wieder fahrtüchtig gemacht, doch sie kann ihre Lokführer nur einmal die Woche auf die Reise schicken – für mehr Fahrten fehlt das Geld. So kann die richtige, große Bahn mit der flexiblen Konkurrenz nicht mithalten. Ihre Wagen bleiben leer.
REISKRISE PHILIPPINEN
Jaime Tadeo ist Bauer in Central Luzon, der größten philippinischen Insel. Seine Felder liegen nur wenige Autostunden von Manila entfernt. Dort hatte er Reis angebaut. Doch die Erträge, die Einnahmen reichten ihm nicht mehr. Er hat deshalb vor einige Jahren seinen Betrieb umgestellt und baut nun Ölpalmen an. Das Öl aus den Palmen ist begehrt, geht auf den Weltmarkt, meist nach Europa und bringt ihm wesentlich mehr ein. Wenige Kilometer weiter ein anderer Bauer. Er hat noch seine Reisfelder. Doch in diesem Jahr kann er sie nicht bepflanzen. Ihm fehlt das Geld für die Reissaat. Seine Anbauflächen sind zu klein, bringen wenig Ertrag, obwohl der Preis auf dem Markt hoch ist, doch für die Bauern bleibt dennoch immer weniger übrig.
Am Stadtrand von Manila, riesige Golfanlagen, neu errichtet. Eine neben der anderen. Hier hatten Farmer, wie Pepito Malang , ihre Felder. Bauten Reis an. Heute genießen wohlhabende Koreaner, Japaner und Amerikaner das schöne Grün.
3 verschiedene Fälle, drei unterschiedlich Bauern.
Der Stadtteil Malate in Manila, der ärmste District in der 15 Millionen Metropole. Für Teresita Reyes ist Reis das wichtigste und oft das einzige Lebensmittel, das sie sich für ihre Familie leisten kann. Sie hat gerade ein paar Dollar am Tag zum Einkauf. Jetzt muss sie selbst mit Reis sparsam umgehen, darf kein Korn verschwenden. Sie kann jetzt nur noch kochen, was sie wirklich braucht. Sie und ihre Nachbarn sind wütend auf die Regierung. Diese hat es jetzt erneut nicht geschafft, neue Reisvorräte einzukaufen. Ei Unterhändler ist mit leeren Händen aus Vietnam zurückgekehrt. Ihre Wut entleert sich in täglichen Demonstrationen. Und in Diskussionen auf den Märkten, auf denen die Schlangen an den Reisständen täglich länger werden.
Die Polizei hat erstmals eine Einheit gebildet, die einen seltenen Auftrag hat: Sie macht Jagd auf Händler, die Reissäcke in riesigen Hallen lagern. Nicht, um diesen sofort zu vertreiben, um die Not der Leute zu lindern, nein zur Spekulation. Sie warten bis der Reis noch teurer wird. Um gute Geschäfte zu machen. Zum Beispiel mit den Kunden, die auf den alten Reisfeldern heute Golf spielen. Und die viel Geld in das Land bringen und dies in neue Bauprojekte stecken, die noch mehr Reisfelder verdrängen. Diese Investoren haben noch nicht entdeckt, dass ihr Geld besser in der Landwirtschaft aufgehoben ist, als im Großstadtdschungel.
Und die Politik - ist ratlos. Die Präsidentin und ihre Fachminister beteuern zwar immer wieder, dass noch keine Krise ausgebrochen sei, sie waren offensichtlich noch nie in Malate.
In China werden die Frauen knapp. eine Folge der Ein-Kind-Politik. Denn Ehepaare, die als erstes Kind ein Mädchen bekommen, lassen diese oft verschwinden, besonders in ländlichen Regionen. die konfuzianische Lehre sagt, dass das erste Kind ein Sohn sein muss. Das führt natürlich zu einem riesigen Männerüberschuss. Also fahren die Männer auf Brautschau in die Nachbarländer. besonders begehrt: Die jungen Frauen aus Vietnam. Dort kaufen sie sich ihre Bräute - ein Riesengeschäft für die Vermittler.
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Die Kosaken kommen
Der Wiederaufstieg der stolzen Krieger in Russland
Sie zählten zu den härtesten und tapfersten Kämpfern in der russischen Geschichte. Ihre Disziplin, ihr Patriotismus, ihre Einstellung zur Arbeit galt immer als Vorbild für Generationen, nicht nur in Russland. Mit der Hilfe der Kosaken gelangte das Zarenreich zu immer größeren Ausmaßen. Unter Lenin und Stalin wurden die dem Zar treu ergebenen Verbände kaltgestellt. Deshalb schlugen sich im Verlauf des Zweiten Weltkrieges die kosakischen Kämpfer auf die Seite der deutschen SS-Truppen und kämpften für Hitler.
Nach der deutschen Kapitulation lieferten die Alliierten die geschlagenen Kosaken an Stalin aus, der sie brutal vernichten oder in den Gulag stecken ließ.
Unter Gorbatschow aber konnten sich die Kosaken wieder neu organisieren und für Putin sind sie gar ein Vorbild für das ganze Volk geworden – zum Wiederaufbau eines starken Russlands. Schließlich sind sie diszipliniert und – in Russland selten: sie trinken keinen Alkohol!
Für die Kosaken kommt die neue russische Gesellschaftsordnung zu Gute. Zwar ist privater Landbesitz immer noch verboten, aber es ist möglich, Land langfristig zu „leasen“. Die fleißigen kosakischen Bauern „besitzen“ so bereits riesige Ackerflächen und bewirtschaften diese mit großem Erfolg.
Und Putin erkennen sie als Staatsführer an und meinen, man sollte ich zum nächsten Zaren küren.
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Die politischen Jugendbewegungen in Russland liefern sich wenige Monate vor den Parlamentswahlen zur Duma eine erstaunliche Wahlkampfschlacht. Es geht um das Tragen oder Nicht-Tragen der in Moskau derzeit sehr beliebten String Tangas. Der String gilt in den Augen der Putin-treuen Jugendbewegung „Naschi“ (die Unsrigen) als Symbol westlicher Perversion, da er Krankheiten erzeuge und eine Gefahr für die Fruchtbarkeit der russischen Frau darstelle – so „Naschi“. Sie machen sich auch Sorgen um die demografische Entwicklung des Landes und ermutigen alle jungen Paare, mindestens drei Kinder zu haben. Und die Frauen fordern sie auf, den String-Tanga abzulegen. Als Aktion einer demografischen Gegenrevolution, tauschten jüngst hunderte Jugendliche öffentlich ihre Minislips gegen althergebrachte Unterhosen.
Das wiederum schmeckte einer anderen Jugendbewegung, den „Erben“ gar nicht. Die „Erben“ organisierten deshalb eine Protestversammlung vor dem Hauptsitz der „Naschis“ mit dem Leitspruch: „jeder hat die Freiheit, die Unterwäsche zu tragen, die er will“. Und hängten Unterhosen über die Zaungitter des Gebäudes. Die „Erben“ sind aus der demokratischen russischen Partei entstanden und machen sich u.a. dafür stark, dass Russland der EU beitritt.
Und dann gibt es noch eine Jugendgruppe, die zu den ganz engen Anhängern Putins gehört. Sie bekämpfen die liberale aber auch kommunistische Opposition, mit denen sie sich gelegentlich Straßenschlachten liefern. Es ist die „Junge Garde“, die fordert, dass die rote Fahne ins Mausoleum gehöre, eingesperrt zu Lenin. Die jungen Kommunisten fühlten sich daurch natürlich gekränkt und schlugen zurück – nicht nur verbal.
Ein Stimmungsbild über den Agitprop der russischen Jugend kurz vor zwei Wahlen, zum Parlament im Dezember und zur Präsidentenwahl im März 2008.
Königsberg - in Kopie
Ein russischer Architekt will die Innenstadt von Königsberg im alten Stil wieder aufbauen
Arthur Samitz ist Architekt, 45 Jahre geboren und aufgewachsen in Königsberg. Er hat eine Vision. Er will unbedingt seine Heimatstadt im alten Stil wiederaufbauen. Viele Hundert Dokumente aus der Zeit vor der Zerstörung durch britische Bomber und die Rote Armee hat er bereits gesammelt. Die Pläne sind überwiegend fertig, Modelle und Computeranimationen ebenfalls.
Allein, es fehlt an Geld. Doch Arthur Sarnitz ist zuversichtlich, die nötigen Investoren zu finden, denn die politische Unterstützung hat er bereits von höchster Stelle. Frau Putin stammt aus Kaliningrad und ist begeistert von dem Projekt. Der gerade eingesetzte neue Gouverneuer will ebenfalls bei dem Projekt helfen.
Der Architekt meint, man müsse nur die oberste Schicht Erde und Steine abtragen, dann werde man noch die alten Fundamente und die Grundrissstruktur der Stadt wieder entdecken. Archäologen und Denkmalschützer aus Polen und Deutschland sollen ihm dabei helfen. Er möchte eine Stadt neu entstehen lassen, wie Danzig, Breslau oder Krakau. Er hält dies keineswegs für utpisch, denn seine polnischen Kollegen haben ihn in seiner Absicht bestärkt.
Als erstes will er eine neue, internationale Universität erbeuen, genau dort, wo die alte 1544 gegründete Albertina stand, neben dem restaurierten Dom. Zur Zeit ist er dabei, die Stadt als Film mit Hilfe einer deutschen Computer-Animationsfirma entstehen zu lassen, um Besucher und Investoren zu begeistern. Die ersten Grundstücke in einer Größe von 2,5 Hektar wurden bereits von einer Moskauer Firma für das Projekt aufgekauft. Insgesamt beträgt die Fläche der Altstadt 28 ha.
Das Hauptproblem aber ist: wie sollen die Mittel aufgebracht, wie die Bauten realisiert werden, wenn die „Oblast Kaliningrad“ abgeschnitten von den Grenzen der EU wie auf einer Insel liegt? Auch hier ist der Architekt Visionär: „Die Grenzen werden sich bald öffnen, es gibt keinen anderen Weg.“
Dies soll kein Beitrag zur Beglückung derjenigen Heimatvertriebenen sein, die ihr Ostpreußen wiederhaben wollen. Sondern er zeigt, dass die Ideen zur Veränderung aus Russland, von Russen kommen.
Wir können zeigen Modelle, Computeranimationen,Fotos, Pläne und natürlich die total verbaute und architektonisch wertlose Innenstadt von Kaliningrad, Gespräche mit dem Architekt, Politikern und Bewohnern.





